Streitschlichter - die Schule zu einem friedlicheren Ort machen!

Warum Streitschlichter Schule sozialer machen:

Gerade Jugendliche in der Pubertät neigen dazu, sich über alles in die Wolle zu kriegen. Das gehört zum Erwachsenwerden und zum üblichen Lernprozess jedes Kindes und jungen Erwachsenen. Die daraus entstehenden Probleme können daheim von den Eltern gelöst werden. Im Schulalltag allerdings können das Lehrkräfte und Schulpsychologen nicht immer leisten. Oft wollen die Streitparteien gerade im auch nicht von Erwachsenen unterstützt werden. Die Lösung: Ein Streitschlichter-Team aus Schülerinnen und Schülern, die ihren Mitschülern dabei helfen ihre Streits und Konflikte friedlich und sachlich zu lösen. Dieser Blogbeitrag soll Lehrern und älteren Schülerinnen oder Schülern dabei helfen, eine Streitschlichter-Ausbildung zu erstellen und auch eure Schule zu einer Streitschlichter-Schule zu machen. Besonders für Klassensprecher ist es sinnvoll, eine solche Ausbildung zu absolvieren.

Einige Streitschlichter-Beispiele:

Zuerst wollen wir uns kurz einige Streitschlichter-Beispiele anschauen. Das sind Fälle, die an jeder Schule vorkommen und die zeigen, warum Schlichter gebraucht werden und warum sie oft mehr leisten können als eine engagierte Lehrkraft: Jens und Peter wollen beide an ihrem Lieblingstisch sitzen. Sie streiten sich noch bevor der Unterricht anfängt, also bevor der Lehrer im Klassenzimmer ist, darüber, wer nun an dem Tisch sitzen darf. Dabei werden sie lautstark von ihren Klassenkameraden angefeuert. Auf dem Pausenhof wird der Schüler, der ohnehin einen schweren Stand in der Klasse hat, von seinen Mitschülern gehänselt und darf bei den Pausenspielen nicht mitspielen. Einige Schüler aus anderen Klassen wollen eingreifen, werden aber von ihren Mitschülern als Feiglinge beschimpft und trauen sich nicht. Mobbing in der Schule ist ein immer größer werdendes Problem, dem auch mit geeigneter Mediation entgegengewirkt werden kann. Zwei Schülerinnen sind an dem selben Mitschüler interessiert und streiten sich darüber, wer am Nachmittag mit ihm Lernen darf. Beide wollen nicht mit ihren Lehrern darüber sprechen, immerhin geht es um Privates und Peinliches. Diese Beispiele zeigen, warum es nötig ist, dass ein offizieller Mediator anwesend ist. Nach einer angeleiteten Ausbildung kann er in diesen Fällen eingreifen und den Streit schlichten.

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Wie die Streitschlichter-Ausbildung gelingt:

Alles beginnt mit der Streitschlichter-Ausbildung, die von den Lehrkräften gestaltet wird. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler, was es heißt einen Streit zu schlichten und wie vorgegangen werden muss. Dabei kann es sich lohnen, ein mehrtägiges Streitschlichterseminar, beispielsweise in einer Jugendherberge, zu veranstalten. Dieses sollte nicht von Unterricht unterbrochen werden, damit die angehenden Schlichter nicht versuchen ihr Halbwissen im Alltag auszuprobieren und schnell von Misserfolgen entmutigt werden. Zum Abschluss so eines Streitschlichter-Projektes können die frisch gebackenen Schlichter dann ein von der Lehrkraft gestaltetes, “offizielles” Streitschlichter-Zertifikat oder eine Streitschlichter-Urkunde erwerben. So haben sie die nötige Sicherheit, in einer Konfliktsituation selbstbewusst aufzutreten. Hier ist ein Musterzertifikat zum Download hinterlegt.

Wie Streitschlichter-Rollenspiele dabei helfen können:

Auf so einem Seminar sind die typischen Streitschlichter-Rollenspiele unvermeidlich. Anfangs kommt es Schülerinnen und Schüler noch merkwürdig vor, Konfliktsituationen nachzustellen und dabei ernst bleiben zu müssen. Mit der Zeit werden sie sich aber immer mehr in ihre Rolle einfinden und beginnen die Streitschlichter-Spiele als Teil ihrer Ausbildung zu begreifen. Dabei können die Beispiele, die oben genannt wurden, als erste Orientierung dienen und helfen weitere Rollenspiele zu erfinden.

Wie finanziere ich ein Streitschlichter-Seminar:

Schnell stellt sich die Frage, wie ein Streitschlichter-Seminar finanziert werden kann. Oft haben Schulen kein zusätzliches Budget, um Mediatoren und ihre Arbeit zu unterstützen. Deswegen bieten sich natürlich die klassischen Wege zum Projekt Finanzieren an. Einen Kuchenverkauf, eine Spendensammlung, über Sponsoring oder mit einer Fundraising-Aktion. Wir haben euch hier 6 Tipps, wie ihr einfach Geld sammeln könnt zusammengestellt.

Wie ich mit einer Fundraising-Aktion Geld für die Streitschlichter sammeln kann:

Möglicherweise soll das Seminar in einer Hütte stattfinden, die gemietet werden muss. Vielleicht sollen die Schülerinnen und Schüler auch ein kleines Dankeschön für ihre Arbeit erhalten oder einen gemeinsamen Ausflug machen, um das Gruppengefühl zu stärken und das Streitschlichten im Alltag zu trainieren. Auch für Streitschlichter bietet sich eine Fundraising-Aktion mit NEUE MASCHE an. Eine NEUE MASCHE-Aktion ist nach dem Fundraising-Prinzip gestaltet. Dabei sammelt eine Gruppe gemeinsam Bestellungen im Freundes- und Bekanntenkreis. NEUE MASCHE beliefert die Gruppe dann mit den schönen und nützlichen Produkten, die die Unterstützer bestellt haben. Von jeder Bestellung fließen 4 € Spende in die Projektkasse und können zur Finanzierung eines Wochenend-Seminars genutzt werden. Dabei ist die Aktion nicht nur absolut risikofrei, sondern stärkt auch noch den Gruppenzusammenhalt und die Teamfähigkeit, da nur im Team eine erfolgreiche Spendenaktion durchgeführt werden kann.

Wie ich Streitschlichter-Unterlagen erstelle:

Wer an seiner Schule eine Streitschlichter-AG eröffnet oder diese übernimmt oder neu am Streitschlichter-Projekt beteiligt wird, wird sich im Internet auf die Suche nach Streitschlichter-Unterlagen machen. Dabei bietet insbesondere der Deutsche Bildungsserver und die Schul-Homepages der Bundesländer hilfreiche Handreichungen. So kann sich der Betreuer einen guten Überblick zur Erstellung der Unterlagen oder sogar von Streitschlichter-Arbeitsblättern verschaffen.

Welche Streitschlichter-Regeln ich aufstellen sollte:

Gerade Mediatoren müssen mit ihren Mitschülern in Konfliktsituationen behutsam umgehen. Dabei ist es wichtig, ihnen klare Streitschlichter-Regeln mitzugeben. Die wichtigste Regel ist die Vertraulichkeit: Was im Schlichtungsgespräch besprochen wird, bleibt dort. Diese Regel muss den Streitenden und den Schlichtern klar kommuniziert werden, damit für alle ein sicherer Raum geschaffen wird, in dem über Konflikte und Privates gesprochen werden kann. Ebenso sind natürlich verbale und körperliche Gewalt absolut tabu. Schließlich ist es wichtig, sich gegenseitig zuzuhören und sich ausreden zu lassen. Nur so kann gute Kommunikation funktionieren. Oft richten Schulen einen eigenen Raum ein, in dem die Streitenden geschützt ihre Konflikte lösen können. In diesem kann also ein großes Streitschlichter-Plakat aufgehangen werden, auf dem die Streitschlichter-Regeln festgehalten sind. Das Plakat sollte auffällig gestaltet, aber gut lesbar sein, sodass keine der Streitparteien oder Schlichter sie vergessen.

Warum ich diese und weitere Regeln in einem Streitschlichter-Vertrag festhalten sollte:

Gerade für Schüler ist es wichtig, Regeln klar festzusetzen und diese einfordern zu können. Dafür kann es hilfreich sein, diese Regeln in einem Streitschlichter-Vertrag festzuschreiben. Dieser hat natürlich keine Rechtsverbindlichkeit, erzeugt aber bei den Parteien das Gefühl daran gebunden zu sein. Sowohl die Schlichter, als auch die streitenden Schülerinnen und Schüler sollten vor Beginn der Schlichtung einen Vertrag unterschreiben, auf dem die Regeln des Gesprächs festgesetzt sind. Das hat außerdem den Effekt, dass sie sich zunächst beruhigen, um die Regeln zu lesen und so ihren Streit mit kühlerem Kopf beilegen können. Nachdem der Streit geschlichtet wurde, sollten die Ergebnisse ebenfalls auf dem Vertrag festgehalten und erneut unterschrieben werden. Dadurch halten sich gerade Jüngere eher an die Vereinbarungen.

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Wie Streitschlichter Grundschule sozialer machen:

Gerade wenn Streitschlichter Grundschule sozialer und zu einem streitfreien Raum machen wollen, müssen Lehrer besondere Vorsicht walten lassen - immerhin greifen sie direkt in die frühe Entwicklung der Schülerinnen und Schüler ein. Deshalb empfiehlt es sich, eine Streitschlichter-Grundschule-Fortbildung zu besuchen, um dort Methoden kennenzulernen, wie Grundschüler behutsam an richtiges Streiten und Konflikte-Lösen herangeführt werden.

Streitschlichter Grundschule Fortbildung

Solche Streitschlichter-Fortbildungen werden insbesondere vom Bundesverband Mediation e.V., Lehrergewerkschaften, den staatlichen Seminaren für Lehrerbildung der Bundesländer und diversen privaten Akademien angeboten. Hier werden auf Grundschulen angepasste Mediationstechniken vermittelt und praktisch angewandt, sodass dem Aufbau einer Mediations-AG an der Grundschule nichts mehr im Wege steht.

Streitschlichter Grundschule Material

Auf den Homepages der Anbieter einer Streitschlichter-Fortbildung für Streitschlichter in der Grundschule finden sich weiterführende Links, mit denen sich der angehende Streitschlichter-Grundschule Material beschaffen kann, um sich in das Thema einzuarbeiten.

Wie man Streit schlichtet:

Natürlich kann ein Blogeintrag eine umfangreiche Ausbildung nicht ersetzen, trotzdem hier eine kurze Anleitung zum erfolgreichen Streitschlichten:

  • Überblick verschaffen und Regeln einführen: Die Schlichter müssen die streitenden Personen identifizieren und von der restlichen Gruppe trennen. Dabei kann eine Trillerpfeife oder Ähnliches hilfreich sein, um erste Aufmerksamkeit zu erregen. Dann sollten die Schlichtungsregeln mit den Streithähnen (am besten mit einem Vertrag) eingeführt werden.
  • Situation klären: Die Streitparteien erklären den Konflikt aus ihrer Situation. Dabei ist es besonders wichtig, dass die schlichtenden Schülerinnen und Schüler eine unaufgeregte Stimmung vermitteln und darauf achten, alle Parteien gleichmäßig zu Wort kommen zu lassen. Hier sollen die Streitenden besonders darauf eingehen, wie sie sich mit dem Streit fühlen und welche Verhaltensweisen sie sich voneinander wünschen.
  • Lösungen finden und festschreiben: Als letztes finden die Streitparteien gemeinsame Lösungen. Diese liegen oft in Kompromissen. Hier müssen die Schlichter Fingerspitzengefühl und Kreativität beweisen, um für alle erträgliche Kompromisse zu finden. Gerade dafür kann es hilfreich sein, in der Streitschlichter-Ausbildung möglichst viele Konfliktsituationen nachzustellen, um ein Gefühl für einen guten Kompromiss zu vermitteln. Anschließend wird der Kompromiss auf dem gemeinsamen Vertrag festgehalten und unterschrieben.

Was das 4-Ohren-Modell ist und wie es beim Streitschlichten helfen kann:

Das sog. 4-Ohren-Modell ist ein Modell, um Kommunikation und deren Fehler zu beschreiben. Das Modell wurde von dem Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun erfunden und beschreibt Kommunikation folgendermaßen: Jede Äußerung kann vier verschiedene Bedeutungsebenen haben und auf vier Verstehensebenen, den sog. “Ohren”, gehört werden. Die vier Ebenen sind die Sachebene, die Beziehungsebene, die Appellebene und die Offenbarungsebene. Auf der Sachebene werden bloße Sachinformationen weitergegeben, die vom Hörer meist im Sinne des Sprechers verstanden werden. Wenn der Sprecher bspw. sagt “Mir ist schon wieder kalt”, so teilt er auf Sachebene nur mit, dass ihm kalt ist. Auf der Beziehungsebene teil der Sprecher mit, wie er seine Beziehung zum Hörer sieht. “Mir ist schon wieder kalt” könnte also bedeuten, dass der Sprecher sagen will, dass der Hörer immer ignoriert, wenn der Sprecher friert und trotzdem das Fenster offen lässt. Auf der Apellebene fordert der Sprecher den Hörer dazu auf, etwas bestimmtes zu tun. “Mir ist schon wieder kalt”, kann auch als Aufforderung verstanden werden, das Fenster zu schließen. Auf der Offenbarungsebene drückt der Sprecher etwas über sich selbst aus. Mit “Mir ist schon wieder kalt” kann der Sprecher also sagen wollen, dass er sehr verfroren ist. Nicht immer finden Äußerungen auf all diesen Ebenen statt, aber können auf allen Ebenen verstanden werden - egal wie es der Sprecher meint. Dabei können Konflikte entstehen. Wenn der Sprecher “Mir ist schon wieder kalt” sagt und nur ausdrücken will, dass er sehr verfroren ist, der Hörer aber versteht “Mach das Fenster zu!” kann das zu Missverständnissen und Konflikten führen. Diese Probleme lassen sich meist durch eine kurze Erklärung lösen - deswegen sollten Mediatoren das 4-Ohren-Modell kennen und die Kommunikationsprobleme lösen lernen.